Wer an asbesthaltigen Materialien arbeitet, braucht einen Schutzanzug, der feine Fasern vom Körper und von der Kleidung fernhält. Die Technische Regel TRGS 519 legt fest, welche Anzüge dafür geeignet sind. Diese Seite fasst zusammen, was dort steht, worin sich Typ 4, 5 und 6 unterscheiden, wie Sie den Anzug nach der Arbeit ablegen und entsorgen und welche ProSafe-Anzüge die Mindestangaben nennen.
Das Wichtigste in fünf Punkten
- Die TRGS 519 nennt als geeignet Schutzanzüge der Kategorie III, mindestens Typ 5-6 (bei Sprühnebel und Feuchtigkeit mindestens Typ 4) (Nr. 9.3 Abs. 1).
- Einwegschutzanzüge werden nach dem Verlassen des asbestbelasteten Arbeitsbereichs entsorgt. Mehrwegschutzanzüge sind aus hygienischen Gründen nicht zu empfehlen (Nr. 9.3 Abs. 4 und 5).
- Atemschutz gehört dazu. Welches Gerät geeignet ist, hängt von der Faserkonzentration ab (Nr. 9.2). Mehr dazu: Asbest-Arbeiten nach TRGS 519: Atemschutz von FFP2 bis Gebläsegerät.
- Welchen Anzug Sie einsetzen, legt der Arbeitgeber vor Arbeitsbeginn fest (Nr. 9.1 Abs. 2). Die Gefährdungsbeurteilung entscheidet im Einzelfall.
- Diese Seite ist Orientierung, keine Rechtsberatung. Prüfen Sie Ihre Tätigkeit mit Ihrer Fachkraft für Arbeitssicherheit.
Was die TRGS 519 zur Schutzkleidung sagt
Die TRGS 519 „Asbest: Abbruch-, Sanierungs- oder Instandhaltungsarbeiten“ konkretisiert die Gefahrstoffverordnung für Arbeiten mit Asbest. In Abschnitt 9.3 „Schutzkleidung“ steht:
- „Den Beschäftigten sind geeignete Schutzanzüge zur Verfügung zu stellen und von diesen zu tragen. Geeignet sind Schutzanzüge der Kategorie III, mindestens Typ 5-6 (bei Auftreten von Sprühnebel und Feuchtigkeit mindestens Typ 4).“ (Nr. 9.3 Abs. 1)
- Ausgenommen sind Tätigkeiten, bei denen die Unterschreitung von 10.000 Fasern je Kubikmeter nachgewiesen ist und kein Kontakt des asbesthaltigen Materials zur Arbeitskleidung besteht (Nr. 9.3 Abs. 2).
- „Einwegschutzanzüge sind nach dem Verlassen des asbestbelasteten Arbeitsbereiches […] zu entsorgen.“ (Nr. 9.3 Abs. 4)
- „Der Einsatz von Mehrwegschutzanzügen ist aus hygienischen Gründen nicht zu empfehlen und daher auf die Fälle zu beschränken, bei denen die Anwendung von Einwegschutzanzügen nicht möglich ist.“ (Nr. 9.3 Abs. 5)
- Beim Tragen von Atemschutz und Schutzkleidung sind die Tragezeitbegrenzungen zu beachten (Nr. 9.1 Abs. 4).
Stand der Regel: Ausgabe Januar 2014, zuletzt geändert GMBl 2025 S. 144-145 vom 28.02.2025. Maßgeblich bleibt immer die aktuelle Fassung der BAuA.
Typ 4, Typ 5, Typ 6 und Kategorie III: Was bedeutet das?
| Angabe | Bedeutung (vereinfacht) | Norm |
|---|---|---|
| Kategorie III | Schutzkleidung gegen hohe Risiken, die schwere oder bleibende Gesundheitsschäden verursachen können; unterliegt der Baumusterprüfung und einer laufenden Qualitätssicherung | Verordnung (EU) 2016/425 |
| Typ 5 | Schutz gegen luftgetragene feste Partikel (partikeldicht) | EN ISO 13982-1 |
| Typ 6 | Begrenzter Schutz gegen flüssige Chemikalien (Spritzer) | EN 13034 |
| Typ 4 | Schutz gegen Sprühnebel (spraydicht) | EN 14605 |
Typ 5 und 6 gemeinsam heißt: Der Anzug hält Partikel zurück (Typ 5) und ist zusätzlich gegen begrenzte Flüssigkeitsspritzer geprüft (Typ 6), zum Beispiel bei Staubbindemittel oder Feuchtigkeit. Treten Sprühnebel auf, fordert die TRGS 519 mindestens Typ 4.
Atemschutz nicht vergessen
Schutzanzug und Atemschutz gehören zusammen. Die TRGS 519 ordnet Atemschutzgeräte nach der Asbestfaserkonzentration in der Luft (Nr. 9.2):
| Faserkonzentration | Geeignete Atemschutzgeräte (Auszug) |
|---|---|
| 10.000 bis 100.000 F/m³ | FFP2-Halbmaske (kurzzeitig, höchstens zwei Stunden je Schicht), Halbmaske mit P2-Filter, Maske mit Gebläse TM1P oder höherwertig |
| 100.000 bis 300.000 F/m³ | FFP3-Halbmaske (kurzzeitig), Halbmaske mit P3-Filter, Maske mit Gebläse TM2P (wegen der Belastung empfohlen) |
| über 300.000 F/m³ | Vollmaske mit Gebläse TM3P oder höherwertig |
| über 4.000.000 F/m³ | Isoliergerät |
Atemschutz darf nur außerhalb des Gefahrenbereichs auf- und abgesetzt werden (Nr. 9.2 Abs. 6). Ausführlich: Atemschutz bei Asbest-Arbeiten nach TRGS 519.
Anzug ablegen und entsorgen
Die TRGS 519 enthält Muster-Betriebsanweisungen, die „lediglich zur allgemeinen und unverbindlichen Orientierung“ dienen. Daraus zwei Beispiele, keine Vorgabe für Ihre Baustelle:
- Bei Pausen: erst den Schutzanzug, danach den Atemschutz im Freien ablegen; Einwegschutzanzug und Einwegmaske entsorgen, zum Beispiel im Abfallsack (Anlage 1.6).
- Beim Verlassen eines Sanierungsbereichs mit Personenschleuse: Schutzkleidung in der ersten Kammer absaugen und ausziehen, Einwegschutzanzug entsorgen. Atemschutz erst nach dem Duschen ablegen (Anlage 1.7).
Für die Entsorgung gelten die Abfallvorschriften. Asbesthaltige Abfälle sind in geeigneten, verschließbaren und gekennzeichneten Behältern zu sammeln; für körnige, gewebte oder stückige Abfälle nennt die TRGS 519 feste Kunststoffsäcke (Nr. 18.1). Passende Behälter finden Sie bei den Big Bags und Plattenbags. Wohin der Abfall gebracht wird und welche Verpackung die Annahmestelle verlangt, klären Sie vorab mit Ihrem Entsorger.
ProSafe-Anzüge im Vergleich
Die Angaben stammen aus den Produktseiten; verbindlich sind das Datenblatt und die Konformitätserklärung des jeweiligen Artikels.
| Anzug | Kategorie und Typen | Normen laut Produktseite |
|---|---|---|
| ProSafe 1 Schutzoverall | Kategorie III, Typ 5 und 6 | EN ISO 13982-1, EN 13034, EN 1149-5, EN 1073-2 |
| ProSafe 2 Schutzoverall | Kategorie III, Typ 5B und 6B | EN ISO 13982-1, EN 13034, EN 14126, EN 1149-5 |
| ProSafe 2 Plus Schutzoverall | Kategorie III, Typ 4B, 5B und 6B | EN 14605, EN ISO 13982-1, EN 13034, EN 14126, EN 1149-5, EN 1073-2, EN 369 |
Alle drei Anzüge nennen laut Produktseite mindestens Typ 5 und 6 und entsprechen damit der Mindestangabe aus Nr. 9.3 Abs. 1. Bei Sprühnebel und Feuchtigkeit ist mindestens Typ 4 gefordert; dafür nennt die Produktseite den ProSafe 2 Plus. Weitere Anzüge finden Sie in der Kategorie Einwegoveralls.
Passform und Tragedauer
Ein Anzug schützt nur, wenn er richtig sitzt. Wählen Sie die Größe nach der Größentabelle des Artikels, achten Sie auf Kapuze, Gummizüge und Reißverschluss und beachten Sie die Tragezeitbegrenzungen nach Nr. 9.1 Abs. 4.
Häufige Fragen
Welcher Schutzanzug ist bei Asbest vorgeschrieben?
Die TRGS 519 nennt als geeignet Schutzanzüge der Kategorie III, mindestens Typ 5-6, bei Sprühnebel und Feuchtigkeit mindestens Typ 4 (Nr. 9.3 Abs. 1). Die Auswahl legt der Arbeitgeber nach der Gefährdungsbeurteilung fest (Nr. 9.1 Abs. 2).
Reicht ein Anzug nur mit Typ 5?
Die TRGS 519 nennt „mindestens Typ 5-6“. Anzüge, die Typ 5 und Typ 6 erfüllen, entsprechen der Mindestangabe. Ob im Einzelfall ein Anzug nur mit Typ 5 genügt, ist eine Frage der Gefährdungsbeurteilung; fragen Sie Ihre Fachkraft für Arbeitssicherheit.
Wann brauche ich Typ 4?
Bei Sprühnebel und Feuchtigkeit nennt die TRGS 519 mindestens Typ 4 (Nr. 9.3 Abs. 1).
Darf ich einen Mehrweg-Overall verwenden?
Die TRGS 519 hält den Einsatz von Mehrwegschutzanzügen aus hygienischen Gründen nicht für empfehlenswert und beschränkt ihn auf Fälle, in denen Einwegschutzanzüge nicht möglich sind (Nr. 9.3 Abs. 5).
Brauche ich bei geringer Belastung keinen Anzug?
Die TRGS 519 nimmt Tätigkeiten aus, bei denen die Unterschreitung von 10.000 F/m³ nachgewiesen ist und kein Kontakt des asbesthaltigen Materials zur Arbeitskleidung besteht (Nr. 9.3 Abs. 2). Der Nachweis liegt beim Arbeitgeber.
Wohin mit gebrauchten Einweganzügen?
Einwegschutzanzüge sind nach dem Verlassen des asbestbelasteten Arbeitsbereichs nach Nr. 18 zu entsorgen (Nr. 9.3 Abs. 4). Dort stehen die Anforderungen an Sammlung, Kennzeichnung und Transport. Details klären Sie mit Ihrem Entsorger.
Weiterführend
- Atemschutz bei Asbest-Arbeiten nach TRGS 519 (AirGuard Pro)
- Big Bags und Plattenbags für asbesthaltige Abfälle
- Einwegoveralls im Shop
Quellen
- BAuA: TRGS 519 „Asbest: Abbruch-, Sanierungs- oder Instandhaltungsarbeiten“, Fassung 28.02.2025 (Ausgabe Januar 2014, zuletzt geändert GMBl 2025 S. 144-145). Nr. 9.1 bis 9.3 (S. 20 bis 22), Nr. 18 (S. 40 bis 42), Anlagen 1.6 und 1.7 (S. 52 und 54).
- Verordnung (EU) 2016/425 über persönliche Schutzausrüstungen.
- EN ISO 13982-1, EN 13034, EN 14605 (kostenpflichtige Normen; Inhalt hier vereinfacht dargestellt).
- Produktseiten und Datenblätter der ProSafe-Anzüge.
Stand: 23.10.2026 · Geprüft von: Dennis Alexandrakis, DS SafetyWear · Nächste Prüfung: bei jeder Änderung der TRGS 519, mindestens jährlich.

